Hobby-Drehorgelbau


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ie Herkunft der Drehorgel verliert sich im Dunkeln der Geschichte.

Als Erfinder der Drehorgel wird gerne der Jesuitenpater Athanasius Kirchner (1601-1680) genannt.

Der aus Deutschland stammende Jesuit wurde mit der Aufsicht des päpstlichen Kirchenmuseums beauftragt und ist durch viele in lateinischer Sprache gehaltene Schriften bekannt geworden.

Unter Ihnen befindet sich die Musurgia universalis, die um das Jahr 1650 entstand.In diesem Werk beschreibt er u. a. auch mechanische Orgeln.Kirchner gibt hierin bereits genaue Anleitungen, wie man eine Walze bestiften soll.


Nach dem Tod von Athanasius Kircher im Jahre 1680 wurde der Sammlung wenig Beachtung geschenkt und sie kam arg herunter.

Im Jahre 1698 erhielt Filippo Bonanni, der ebenfalls Jesuitenpater war, den Auftrag zum Wiederherstellen der Sammlung.

Im Jahre 1709 gab er über diese einen Katalog heraus.In ihm ist eine Orgel aufgeführt, deren Stiftwalze mit einer Handkurbel gedreht wurde.

Das Instrument hatte 24 Pfeifen und die Walze war mit 12 Musikstücken besteckt.

Im Jahre 1722 gab Bonanni ein Buch mit der Beschreibung der im Kirchenmuseum vorhandenen Musikinstrumente heraus.

Darin ist ein Drehorgelspieler wiedergegeben und das Bild trägt die Unterschrift Organo portatile, was soviel wie tragbare Orgel bedeutet.

Aus dem zugehörigen Text geht hervor, daß es sich um einen deutschen Pilger handelt, der nach Italien zieht.

Möglicherweise beschaffte er sich diese Orgel, um sich auf seinem Wege Nahrung und Unterkunft zu erbetteln.

Aus der Beschreibung der Drehorgel des Kirchenmuseums läßt sich bereits mit Sicherheit schließen, daß sie im Jahre 1700 vorhanden war.



Nachweislich als erster deutscher Drehorgelbauer ist aber Johann Daniel Silbermann (1717 bis 1766) zu nennen.

Er gehörte zur berühmten Orgelbauerfamilie, ein Neffe des Königs der Orgelbauer Gottfried Silbermann.

Auf den Neffen Daniel gibt es einen Nachruf in den wöchentlichen Nachrichten und Anmerkungen die Musik betreffend von 1758.

Seit einigen Jahren habe er sich außer der Aufsicht über die neue Dresdener Orgel, meistentheils mit Vertigung allerlei künstlicher Drehe-Orgeln beschäftigt.

Einer der wohl bekanntesten Drehorgelbauern aber ist

Ignaz Blasius Bruder (1780-1845).

Der Schwarzwälder Ignaz Bruder, als Sohn eines Tagelöhners in Zell Unterharmersbach geboren, hatte es mit 24 Jahren aus eigener Kraft vom Mauergesellen zum Spieluhrenbauer gebracht.

Es war im gelungen sich das komplexe Handwerk selber anzueignen.

Seit 1804 baut Ignaz im Simonswald Flötenuhren und stattet

sie mit Figurenautomaten prachtvoll aus.

Ab 1806 baute er mit wachsendem Erfolg Dreh-Flötenwerke und Drehorgeln.Ignaz wird so wohlhabend, daß er sich 1834 in das Bürgerrecht von Waldkirch einkauft und ein stattliches Anwesen in der Stadt erwirbt.

Unterstützt von seinen fünf Söhnen entstand im verkehrsgünstigen Waldkirch das erste größere und sehr erfolgreiche Fabrikationszentrum für den Bau mechanischer Musikautomaten.

Nach dem Tod von Ignaz Bruder 1845, haben seine Söhne sein Erbe erfolgreich weiter entwickelt.


Ignaz Blasius Bruder